Vor rund 200 Landwirten zeichnete Umweltlandesrat DI Josef Plank im Heustadel des bioerlebnis norbertinum in Tullnerbach die Preisträger der WienerwaldWiesenMeisterschaft 2006 aus und betonte in seiner Festrede den Sinn des Wettbewerbs, der heuer zum ersten Mal durchgeführt wurde. „Die Wiesenmeisterschaft hat das Bewusstsein für den Wert der Wiesen und ihrer Produkte geweckt - ein klassisches Landentwicklungsprojekt, das von Niederösterreich gerne auch in Zukunft gefördert wird“, informierte DI Plank.
Unterstützt wurde er dabei vom Vegetationsökologen Univ.Prof. Dr. Georg Grabherr, dem Tullnerbacher Bürgermeister Mag. Viktor Cypris und dem Manager des Biosphärenparks Wienerwald, Mag. Günther Loiskandl, der die Wiesenmeister als „Botschafter für die Landschaft des Wienerwaldes“ bezeichnete.
An der Konkurrenz, die vom Biosphärenpark Wienerwald ausgeschrieben war, hatten sich 40 Landwirte mit ihrer schönsten Wiese beteiligt. Die naturschutzfachlich und landschaftlich durchwegs wertvollen Flächen liegen in 16 niederösterreichischen Gemeinden und eine im Wiener Bereich des Biosphärenparks. Erfreulich breit gestreut sind die Betriebsstandorte der Bewirtschafter. Besonders stark vertreten unter den Teilnehmern waren Landwirte aus den Gemeinden Pressbaum und Königstetten (je 5), Wolfsgraben (4), Tullnerbach und Alland (je 3).
Die Preise für meisterhafte Bewirtschaftung wurden in den Kategorien A (mit Dünger aus eigener Viehhaltung gedüngte Wiesen, deren Heuertrag betriebsintern verfüttert wird) und B (ungedüngte Wiesen) vergeben. Ein Sonderpreis wurde unter drei Wiesen vergeben, die strengem Naturschutzstatus und hoheitsrechtlichen Bewirtschaftungsauflagen unterliegen.
Erster Wiesenmeister in der Kategorie A wurde Franz Winter mit seiner "Rahm"-Wiese in Siegenfeld. Der zweite Preis ging an Günter und Ernestine Hoffmann für ihre "Wiese am Troppberg" in Tullnerbach, der dritte an Irmtraud und Johann Schöny für die "Laaberwiese" in Breitenfurt. Die Siegerwiese "Rahm" beeindruckte durch ihre Artenfülle und Standortsvielfalt, den relativ großflächigen Feuchtbereich und die gezielte, sehr unterschiedliche Bewirtschaftung ihrer komplexen Teilflächen.
In der Kategorie B wurde Johann Steiner für die "Spitzbauerwiese" der Österreichischen Bundesforste in Klausen-Leopoldsdorf erstplatziert. Er bewirtschaftet diese Fläche in Teilbereichen - was kaum noch üblich ist -händisch und nimmt besondere Rücksicht auf ein Flachmoor und zahlreiche seltene Orchideenarten und Prachtnelken. Der zweite Preis wurde August Hochreiter für seine "Hauswiese" in Rekawinkel zugesprochen. Den dritten Preis teilen sich ex aequo Agnes Pyringer für die "Roland"-Wiese in Laab im Walde und Josef Dorn für die Wiese „Rochern“ in Königstetten.
Den Sonderpreis erhielt Johanna Berger für die Bewirtschaftung großer Teile des Naturdenkmals "Ebenfeld" in der Gemeinde Altenmarkt/ Triesting als Pächterin der Österreichischen Bundesforste.
Der Kür der Wiesenmeister durch eine Fachjury war eine ausführliche, standardisierte Begutachtung aller eingereichten Wiesen voraus gegangen. Neben naturschutzrelevanten Kriterien aus Botanik und Vegetationskunde wurde besonderer Wert auf vielfältige bewirtschaftungsbezogene Aspekte gelegt. Prämiert wurde daher auch der vorbildliche Umgang mit den wertvollen Flächen, etwa schonende Bewirtschaftungsweisen, Erschwernisse wie steile Hanglagen, in Kaufnahme geringerer Heuerträge sowie die Motivation für die Aufrechterhaltung der pfleglichen Nutzung.
Als Preis erhielten die Erstplatzierten einen dreitägigen Wellnessaufenthalt im Heubad Wolf in Prigglitz. Die Zweitplatzierten dürfen sich über ein erholsames Wochenende im Ötschergebiet im Hotel Jagdhof bzw. Hotel Waldesruh freuen. Die dritten Preise und der Sonderpreis sind Tagesaufenthalte in den Thermen Laa bzw. Baden. Die Preise konnten mit freundlicher Unterstützung durch die Hotel- und Thermenbetriebe zusammengestellt werden.
Weitere Informationen:
DI Simone Wagner, Biosphärenpark Wienerwald Management,
Tel.: 02236/71225-18 e-mail: sw@biosphaerenpark-wienerwald.org
Die Fotos (Biosphärenpark Wienerwald Management, Gerhard Gruber) können nach Anklicken in druckfähiger Auflösung heruntergeladen werden.



